Armin Göhringer/ Rainer Nepita


Vernissage: 14. Juni 2026 | 11:00 Uhr

Begrüßung: Knut Maurer, 1. Vorsitzender
Einführung: Dr. Susanne Ramm-Weber
Musik: Bern „Lömsch“ Lehmann


Am 14. Juni 2026 um 11 Uhr eröffnet die Ausstellung mit Arbeiten von Armin Göhringer und Rainer Nepita. Die Begegnung der beiden künstlerischen Positionen verspricht einen spannenden Dialog zwischen Material, Form und Ausdruck.


Während Armin Göhringer mit seinen markanten Holzarbeiten Räume strukturiert und verdichtet, setzt Rainer Nepita eigene Akzente in der Auseinandersetzung mit Fläche, Farbe und Komposition. Die Ausstellung lädt dazu ein, unterschiedliche künstlerische Handschriften im direkten Zusammenspiel zu entdecken.


Alphabet Merkershausen blau, 2019, Öl, Bleistift
auf Leinwand 50×60 cm

Rainer Nepita

Im Zeitalter elektronischer Medien, die unser Leben, unsere Wahrnehmung und Orientierung immer gründlicher verändern, scheint das, was wir mit dem Sammelbegriff „Natur“ definieren, eine Pionierrolle zu spielen.


Rainer Nepita ist einer der Pioniere in der bildenden Kunst, die sich voll und ganz der Natur und besonders den Pflanzen zugewendet haben.
Grundlage für sein Werk sind seine Zeichenhefte, in denen er Formen von Pflanzen, bevorzugt von Blättern alles Art direkt vor Ort, also in der Natur beobachtet und mit dem Bleistift fixiert. Dabei ist jede einzelne Zeichnung nummeriert und jeder Block ebenso. Rainer Nepita geht ganz und gar nicht vor wie ein Botaniker, der die typischen und allgemein gültigen Formen einer Pflanzengattung oder Pflanzenart herausarbeitet, sondern er sieht in der Natur mit den Augen eines bildenden Künstlers, den die vielfältigen Formen von Blättern aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet faszinieren. So kann ein einziges Blatt eine nahezu unendliche Vielfalt an Formen aufweisen, je nachdem aus welchem Winkel man es betrachtet. Schließlich bezieht er die Bewegung der Blätter durch den Wind in seine
Zeichnungen mit ein, in einer durch Perspektivenwechsel nachgeahmten Bewegung.
Diese Sammlung an Blattformen nennt er sein Pflanzenalphabet, quasi die Elemente der Pflanzen aus denen sich die Sprache der Natur, der Pflanzen, der Bäume und ihres Laubes, zusammensetzt.

In Rainer Nepita Werk geht es nicht um die Nachahmung der Natur, sondern um eine eigenständige kulturelle Formensprache, die sich nachempfindbar aus den Ursprüngen der Naturformen entwickelt hat. Die Abstraktion endet nicht in einer individuellen Konstruktion, sondern betont den Übergang von räumlichen Formen in flächige Bilder von höchster farblicher Brillanz, Schmuckstücke der Malerei sind das Endprodukt dieses künstlerischen Prozesses die allesamt in der feinen Naturbetrachtung wurzeln.


Egon A. Stumpf

Kunsthistoriker, Galerist


o.T. 2015, Holz geschwärzt, 125x40x40 cm

Armin Göhringer

Mit der Kettensäge bearbeitet Göhringer den Stamm. Meisterhaft versucht er seine Ideen ins Holz zu übertragen und setzt dabei gezielt die Kräfte des Materials für die Formgebung seiner abstrakten Skulpturen ein. Dabei gelingt es ihm, das sensible Gleichgewicht zwischen seinen fragilen und schweren Holzkörpern herzustellen. Beinahe schwerelos ruhen massive Blöcke auf filigranen Stegen und Gittern. Die dunklen Oberflächen bilden einen Kontrast zu den Aussägungen, die das Licht in Szene setzen. Diese Gegensätzlichkeiten in Göhringers Werk und die Beherrschung des Werkstoffs Holz, bis an seine physikalischen Grenzen, machen den Betrachter staunen.


Dem Werkstoff bleibt Armin Göhringer auch bei seinen Objekten aus Büttenpapier und Holz treu. Er presst das angefeuchtete, grobfaserige Büttenpapier auf ausgesägte Skulpturenteile. Der getrocknete, lederartig wirkende Abdruck überdeckt stellenweise oder ganz die gesägten Holzteile. Diese „weichen Skulpturen“ sind zum Teil bemalt zum Teil, aber auch naturbelassen und von der Gerbsäure des Holzes verfärbt.


Die neuesten Arbeiten des Künstlers sind Papierschnitte. Die mit Aquarell unterlegten und im Deckblatt ausgeschnitten Papierarbeiten zeugen davon dass alle Dinge zusammenhängen und verbunden sind. Eine Idee die auch in den Holzarbeiten Göhringers sich wieder findet.

Der Kontrast zwischen fragil und stabil ist in seinen Werken immer präsent. Der Künstler sagt dazu: „Ich selbst bin Regung, Kraft, Wille, Ruhe, Intellekt und Gefühle“, und spricht damit die Polarität alles Wesenhaften an.



von:Sonntag, 14. Juni 2026
bis:Sonntag, . 05 Juli 2026
Samstags:15:00 Uhr – 17:00 Uhr
Sonntags:11:00 Uhr – 17:00 Uhr
Wo?Zehnthaus
Eintritt:3 €


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